In einem aktuellen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung bringt Heribert Prantl die Weltanschauung der Unionspolitiker und besonders des Innenministers auf den Punkt:
[...] Ihre Sicherheitspolitik fußte und fußt auf einem sehr gläubigen Staatsverständnis: Der Staat ist wie der liebe Gott, er kann also nichts Böses tun; und tut er doch etwas vermeintlich Böses, dann ist es zum Guten der Menschen; sie vermögen das aber, befangen in ihrer Blindheit, nur nicht immer gleich zu erkennen. (Quelle)
Dieses Denkmuster erkennt man immer wieder in den Aussagen Schäubles, wenn er von der Verschärfung der Sicherheitsgesetze redet und in selben Satz beteuert den Rechtsstaat und die Freiheit sichern zu wollen.
[...] "Die terroristische Bedrohung ist ernst. Die Sicherheitsbehörden brauchen die notwendigen gesetzlichen Instrumente." Auf die Frage, ob er eine andere Republik wolle, betonte Schäuble: "Nein, wirklich nicht." [...] (Quelle)
Mit diesem Staatsverständnis disqualifiziert sich Schäuble als demokratischer Politiker und Innenminister. Der Staat kann nicht allmächtig sein, ohne in eine Dikatur abzugleiten. Die Demokratie basiert auf Gewaltenteilung und Selbstbeschränkung des Staates. Der Staat ist an das Grundgesetz gebunden, dass seinem Handeln Grenzen setzt. Wer dieses Prinzip misachtet und zu ändern versucht, misachtet den demokratischen Rechtsstaat.